Analyse der Märkte 16.08.2026

FWTT - H3

Analyse und Ausblick

16.08.2026

Analyse und Ausblick 16.8.2026

Die Situation an der Börse ist seit Wochen im Wesentlichen von 2 großen Einflussfaktoren bestimmt:

  1. Der Krieg der USA und Israels gegen den Iran und die damit verbundenen Schwankungen des Ölpreises
  2. Das Wechseln zwischen Hoffnung und Angst bezüglich der Bewertung der künstlichen Intelligenz.

Im März sind die Preise für Rohöl sprunghaft gestiegen und seitdem mehrmals gesunken und wieder gestiegen, je nachdem, welche Nachricht gerade die Runde machte. Bis Anfang Juli sah es so aus, als käme der Preis wieder in normale Bereiche um die 70$…80$ pro Barrel. Diese Hoffnungen sind im Moment erstmal geplatzt. Ende Juli erreichte ein Barrel Brent wieder die 100$-Marke. Inzwischen liegt der Preis bei knapp 89$ und wackelt je nach Nachrichtenlage auf oder ab.
Es steht zu befürchten, dass eine Einigung und ein Frieden so schnell nicht kommen und somit die Straße von Hormuz auch weiterhin ein Nadelöhr bleiben wird. Wenn dem so wäre, müssten wir uns gerade mit Beginn der kälteren Monate auf der Nordhalbkugel wieder auf Preise jenseits der 100$-Marke einrichten.

 

 

Chart: Preis Rohöl Brent in US$ pro Barrel, zeitlicher Trend, 1 Kerze = 1 Tag

 

In Folge des hohen Ölpreises steigen die Verbraucher- und die Erzeugerpreise und damit die Erwartung des Marktes auf eine entsprechende Reaktion der Notenbanken EZB und FED. Seit März steigen die Renditen der Staatsanleihen entsprechend kontinuierlich an, was die Erwartung des Marktes nach Zinserhöhungen unterstreicht. Lediglich in den letzten 2 Wochen seit der vorigen FED-Sitzung beruhigen sich die Gemüter ein wenig. Es scheint eine Mehrheit im Federal Open Market Council (FOMC) zu geben, die Zinserhöhungen trotz steigender Verbraucherpreise konsequent ablehnt. An dieser Stelle lohnt es sich, regelmäßig nachzuschauen, weil dies die Entwicklung der Aktienmärkte mittelfristig besonders stark beeinflusst.

 

 

Chart: Renditen der US-Staatsanleihen (Treasury-Bonds) im zeitlichen Verlauf in Prozent; Schwarz = 1-jährige, Blau = 2-jährige, Rot = 5-jährige, Grün = 10-jährige, Braun = 30-jährige

 

Auch das Wechselkursverhältnis Euro / US-Dollar pendelt sich seither wieder im gewohnten Bereich ein. Zwischenzeitlich sah es nach einer massiven Dollar-Aufwertung aus. Aber seit die Renditeerwartungen durch die FED gedrückt wurden, pendelt der EUR/USD Kurs wieder im langjährig stabilen Bereich zwischen 1,15 und 1,18.

 

 

Chart: Euro in US-Dollar, zeitlicher Verlauf, 1 Kerze = 1 Tag

 

Zum Schluss noch ein Blick auf den Nasdaq100.
Nach einem fulminanten Kursanstieg im April und Mai gefolgt von einer 10%-Korrektur bis Mitte Juli geht es nun wieder aufwärts. Spannend werden die kommenden 1…2 Wochen und die Frage, ob der Kurs die schräge Widerstandslinie bei 30.300 und dann das Allzeithoch bei 30762 durchbrechen kann. Wenn dies gelänge, wäre der Weg bis zur 32000 frei. Ich rechne mit einem leichten Rücksetzer an diesen Widerständen, was aber eine gute Gelegenheit zum Aufstocken entsprechender Long-Positionen sein könnte.

 

Chart: Nasdaq100 in US-Dollar, 1 Kerze = 1 Tag, logarithmische Skalierung

 

Fazit:
Auch wenn die Situation beim Ölpreis unsicher bleibt, scheint sich die Zins-Situation ein wenig zu entspannen. Dies könnte den Weg zu neuen Allzeithochs eröffnen. Es gibt also durchaus Grund zu vorsichtigem Optimismus was die Börsenentwicklung der nächsten Wochen angeht.