DAS Thema der zurückliegenden Woche war der Crash bei den Kryptos. Der Bitcoin stürzte zwischenzeitlich um etwa 25% von knapp 80.000$ bis auf 60.000$, um sich dann am Freitag doch wieder bis auf 71000$ zu berappeln. Ähnliche und teils noch viel stärkere Einbrüche gab es bei den anderen Krypto-Währungen wie z.B. Ethereum (-40%) oder Solana (-40%).

Chart: Bitcoin in US$, 1 Kerze = 1 Tag
Alle fragen sich, war das nur eine leichte Unsicherheit oder ist das ein tiefer, nachhaltiger Einbruch. Das kann im Moment niemand mit Gewissheit sagen. Fest steht, die Kryptos sind keine echten Assets, keine echten Kapital-Werte. Sie produzieren nichts, sie erzeugen also keinen Wert. Ihr Preis hängt nur und ausschließlich davon ab, was Menschen bereit sind, dafür zu zahlen. Wertzuwachs hängt ausschließlich davon ab, ob man jemanden findet, der bereit ist, noch mehr dafür zu bezahlen, als man es selbst getan hat.
Sollten die Kryptos weiter im Crash-Modus bleiben und die Erholung vom Freitag nur eine technische Gegenbewegung, könnte das massive Folgen für die Aktienmärkte haben. Wenn Menschen Vermögen verlieren, werden sie generell vorsichtiger, auch bei Investments in andere Asset-Klassen. Diese Vermögenseffekte sind hinlänglich bekannt und so könnte ein Krypto-Crash die Aktienmärkte hinunter ziehen. Vorsicht ist also geboten.
Gute Nachrichten gibt es vom Euro/US-Dollar-Kursverhältnis. Dieses hat sich im Laufe der Woche wieder normalisiert und ist zurück unterhalb der 1,18 – gute Voraussetzungen für wirtschaftliche Stabilität.

Chart: Euro in US$, 1 Kerze = 1 Tag
An der Nasdaq gab es zunächst einen Kursrückgang, der am Freitag an der längerfristigen Trendgeraden umgekehrt ist. (im Chart grün-gestrichelt dargestellt) Das gibt Hoffnung auf die Rückkehr in den Aufwärtstrend. Dafür müssen allerdings erst die beiden Widerstände bei 25848 und dann bei 26182 durchbrochen werden. Noch immer befindet sich der Nasdaq100 in einem Aufwärtsdreieck, und die Wahrscheinlichkeit für einen Durchbruch nach oben ist weiterhin sehr hoch.

Chart: Nasdaq100 in US&, 1 Kerze = 1 Tag
Zum Schluss noch ein Blick auf die Entwicklung der Leitzinsen bzw. die Erwartungshaltung des Marktes an die Zinsentwicklung.

Chart: Zinskurven US-Treasury Bonds, schwarz=1-jährige, blau=2-jährige, rot=5-jährige, grün=10-jährige, braun=30-jährige
Man sieht schön, dass die kurzlaufenden Anleihe-Zinsen weiterhin im leichten Abwärtstrend sind. Für die 1- und 2-jährigen Anleihen werden aktuell Zinsen im Bereich von 3,47% bzw. 3,42% aufgerufen. Das ist etwas unterhalb des Bereiches von 3,5% bis 3,75%, den die FED festgelegt hat. Der Markt rechnet also mit weiteren Zinssenkungen, wenngleich nicht zu aggressiv.
Man sieht aber auch, dass die Renditen der Langläufer (10 Jahre und 30 Jahre) allmählich ansteigen. Und genau das ist der Bereich, der für Staatsanleihen relevant ist und der den Staatshaushalt belastet. Hier könnte nur solide Haushaltspolitik und vertrauensbildende Maßnahmen der US-Regierung zu ihren Gläubigern Abhilfe schaffen. Beides ist im Moment nicht wirklich zu erkennen. Es könnte aber sein, dass genau dieser Anstieg die US-Regierung zu Zugeständnissen auf internationaler Ebene zwingt, damit die Nachfrage nach US-Bonds wieder steigt. Damit würden deren Preise steigen und somit die Zinsen sinken, was angesichts der Höhe der Staatsverschuldung enorm wichtig für die USA ist.
Mit meinem Wikifolio „Fond-Werte Trend Trading“ bin ich weiterhin in Nasdaq, DAX, TecDAX und Rohöl investiert und bleibe optimistisch für die kommenden Wochen. Die Marktbreite passt – d.h. der Anstieg wird von einer großen Mehrheit der Aktien getragen und das zeigt, dass die Stimmung für die Aktienmärkte trotz aller Schwankungen darum herum weiterhin recht positiv ist. Auch die Zinskurve zeigt weiterhin nach unten und die volkswirtschaftlichen Indikatoren sehen gesund aus.
Außer den Krypto-Unruhen gibt es realwirtschaftlich wenig Grund zur Besorgnis.
Die Entwicklung der Kryptos muss aber im Auge behalten werden, denn sie kann Rückwirkung auf die Aktienmärkte haben.
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