Wochen-Rückblick 01.02.2026

FWTT - H3

Wochen-Rückblick

01.02.2026

Das war schon eine spannende mit einem verrückten Wochenabschluss: ein historischer Absturz der Edelmetall-Preise nach einem beispiellosen Anstieg in den Wochen und Monaten zuvor. Auch an den Aktienmärkten ging es teilweise hoch her.

Schauen wir uns das im Detail an. Die zurückliegende letzte Woche des Januar 2026 war geprägt von Quartalsergebnissen einiger Big-Tech-Unternehmen, von der Sitzung der FED mit Zinsentscheid und in Deutschland vom neuen ifo-Index. Letzterer war unspektakulär, bis auf die Nachkommastelle identisch mit dem Wert des Vormonats – kein klares Signal also, weder für die Optimisten noch für die Pessimisten. Ebenso ruhig war die Reaktion des Marktes auf die unveränderten Zinsen der FED. Das war genauso erwartet worden und man sah sich einfach bestätigt.

Um so spannender waren die Reaktionen auf die Quartalsergebnisse der Tech-Unternehmen.
Microsoft legte exzellente Zahlen vor und wurde mit einem massiven Kursrutsch abgestraft. Der Gewinn stieg um 21% auf 38,3 Milliarden US-Dollar. In nur einem einzigen Quartal! Dennoch oder vielleicht gerade deswegen stürzte der Kurs um mehr als 10% ab. „Sell on good news“ lautet die Devise, weil sich vielleicht kaum noch jemand vorstellen kann, dass Microsoft diese Zahlen noch weiter steigern kann.
Meta legte ebenfalls starke Zahlen vor. Ein Gewinnanstieg um 9% auf 22,768 Milliarden Dollar. Und anders als bei Microsoft wurde das vom Markt positiv aufgenommen und die Aktie sprang gleich mal knapp 10% nach oben. So unterschiedlich kann das sein.

Der eigentliche Hammer aber kam dann am Freitag. Im folgenden Chart ist der Preisverlauf für 1 Feinunze Silber dargestellt.

Chart: Silber in US$ pro Feinunze, 1 Kerze = 1 Tag

Im Laufe von nur 90 min fiel der Preis um 35% von knapp 120$ auf bis unter 75$, erholte sich leicht in einem technischen Rebound in den folgenden Minuten auf 85$. Unterm Strich bleibt ein heftiger Einbruch um ca. 30%. Über die Ursache wird bisher viel diskutiert. Die Vermutung liegt nahe, dass größere spekulative Positionen zum Monatsende aufgelöst wurden. Der Trend bei Platin und Gold war sehr ähnlich, wenn auch nicht ganz so massiv wie beim Silber.

Bleiben wir beim Thema Rohstoffe und schauen auf die Preisentwicklung beim Rohöl. Der folgende Chart zeigt den Preistrend für Brent. Nach dem Durchbruch und Test der 200-Tage-Linie geht es hier weiter aufwärts. Die Unsicherheit bzgl. der Entwicklung im Iran dürfte die Preise auch in den kommenden Wochen weiter ansteigen lassen. Daher bin ich im Moment mit meinem Wikifolio auch mit 20% im Rohöl-ETF investiert, um an diesem Trend teilzuhaben.

Chart: Rohöl Brent in US$ pro Barrel, 1 Kerze = 1 Tag

Wichtig als Euro-Investor beim Investment in Rohstoffe aller Art ist die Betrachtung des EUR/USD-Verhältnisses. Zu Beginn der Woche war der Euro-Kurse furios aus der Seitwärtszone nach oben ausgebrochen. Trump hatte sich positiv zur Dollar-Abwertung geäußert. Das wurde im Laufe der Woche etwas abgemildert. Hinzu kam die Entscheidung der FED, den Leitzins in den USA konstant zu belassen. Die Woche endet mit einem Kurs von knapp 1,19 und damit leicht oberhalb der vormaligen Seitwärtszone.

Chart: Euro in US-Dollar, Wechselkursverhältnis, 1 Kerze = 1 Tag

Zum Schluss kommt der Blick auf die Aktienmärkte.
Beim Nasdaq100 bewegen wir uns wieder innerhalb des Aufwärtsdreiecks, welches im Wochenverlauf schon einmal kurz nach oben durchbrochen wurde. Der Kurs hat dann Do und Fr wieder etwas nachgegeben. Ich gehe davon aus, dass wir im Laufe der kommenden Wochen den Durchbruch nach oben und dann eine Fortsetzung des Aufwärtstrends sehen werden. Kursziel für die nächsten Wochen liegt dann mindestens bei 27000 Punkten.

Chart: Nasdaq100, 1 Kerze = 1 Tag

Etwas komplizierter ist die Situation bei den deutschen Indizes.
Der TecDAX hat im Laufe der Woche einen starken Preisabschlag erlebt. SAP hatte Quartalsergebnisse vorgelegt – ähnlich wie Microsoft sehr positiv und dann, ebenfalls ähnlich wie Microsoft einen starken Verkaufsdruck gespürt und darüber 16% Kursabschlag hinnehmen müssen. Beim TecDAX ergibt sich in Summe dadurch ein durchwachsenes Bild: (siehe nachfolgender Chart)

  1. der längerfristige Abwärtstrend seit Juli 2025 wurde im Januar nach oben durchbrochen. Aber durch den Kursabschlag dieser Woche ist der Trend nun wieder unterhalb der Trendbegrenzungslinie.
  2. der Aufwärtstrend beginnend im November 2025, der zum Durchbruch nach oben geführt hatte, scheint womöglich beendet zu sein, denn wir sehen seit Mitte Januar fallende Hochs und nunmehr auch fallende Tiefs.

Chart: TecDAX, 1 Kerze = 1 Tag

Die nächsten Tage und Wochen werden daher gerade beim TecDAX sehr spannend. Falls es gelingt, die 3760 doch wieder nach oben zu durchbrechen, könnte man den Absturz von letzter Woche als „doppelten Boden“ betrachten – technisch gesehen ein ganz starkes Signal für weiteren Aufwärtstrend. Kursziele wären dann mittelfristig bei 4000…4500 Euro. Sollte der TecDAX allerdings im ehemaligen Abwärtstrend-Kanal verbleiben, wird er sicher die 3300 unterschreiten, bevor wieder ein Rebound zu erwarten wäre.

Ich bleibe in Sachen Nasdaq, DAX und TecDAX weiterhin optimistisch gestimmt und mit meinem Wikifolio „Fond-Werte Trend Trading“ dort auch weiterhin investiert. Auch Rohöl hat das Potential weiter zu steigen, was mein Depot im Moment mit 20% bevölkert. Ich bin gespannt, wie sich die Edelmetalle in den nächsten Wochen schlagen werden.

Aber noch spannender wird die Entwicklung der Kryptos. Hier braut sich einiges zusammen.